Zerstörungsfrei beschriften mit UV Licht

Wichtige Punkte im Überblick

  • UV-Kaltbeschriftung markiert dauerhaft ohne Materialabtrag und minimiert Partikel und Kontamination.
  • Geeignet für Kunststoff, Glas, Folien, Halbleiter: hohe Lesbarkeit bei Erhalt mechanischer Integrität.
  • UV-Laser (z. B. Modellreihe FP, MD-U) ermöglichen folien- und 3D-oberflächennahe, verzerrungsfreie Markierung.
  • Methode erfüllt Anforderungen an Rückverfolgbarkeit, GMP und Lebensmittelkontakt-Normen durch chemiefreie Prozesse.

Zerstörungsfreie Beschriftung ist eine moderne Methode, die mit UV-Wellenlängen arbeitet, um Produkte dauerhaft, sauber und ohne physikalische Materialabtragung zu kennzeichnen.
Besonders in regulierten Branchen wie Pharma, Lebensmittelverpackungen, Verpackungsindustrie, Halbleiter und Elektronik erfreut sich diese Technik wachsender Bedeutung, weil sie Rückstände vermeidet und die Funktionalität des Materials nicht beeinträchtigt.

Was ist UV-Wellenlänge und wieso beschriftet sie zerstörungsfrei?

Ultraviolettes (UV) Licht bezeichnet elektromagnetische Strahlung mit Wellenlängen etwa von 100 nm bis 400 nm. Die Photonenenergie steigt mit abnehmender Wellenlänge und lässt sich mit der Planckschen Formel berechnen.
Bei einer Wellenlänge von 300 nm liegt die Photonenenergie im Bereich von einigen Elektronenvolt. Ausreichend um elektronische Übergänge und chemische Reaktionen in organischen und anorganischen Materialien anzuregen.

Zerstörungsfreie UV-Beschriftung nutzt gezielt Photonenenergien unterhalb der Ablationsschwelle des Materials. Statt Material zu entfernen (Ablation) induziert das UV-Licht oberflächennahe photochemische und physikalische Änderungen.
Die Wellenlänge verändert so optische Eigenschaften (Kontrast) in Tiefen von wenigen Nanometern bis Mikrometern, ohne die mechanische Integrität zu beeinträchtigen.

Zerstörungsfreie Beschriftung mit UV-Wellenlänge: Materialien und ihre Vorteile

Kunststoffe sind ideal für UV-Kaltbeschriftung.
Viele technische Kunststoffe wie Polycarbonat, PET, ABS oder PEEK reagieren an der Oberfläche durch photochemische Prozesse: Die UV-Energie aktiviert Additive oder führt zu lokalen Farbveränderungen, ohne die Materialstärke zu verändern.
Das ist wichtig für Verpackungen und Produkthüllen, weil mechanische Festigkeit und Dichtheit erhalten bleiben.

Mehrfarbiges Fahrzeugrelais

Ohrhörer

Medizinische Flasche

Leiterplatte

Medizinischer Stahl

Verpackungsfolie

In Branchen mit Normen, etwa der EU-Verordnungen zu Materialien im Lebensmittelkontakt oder pharmazeutischen GMP-Anforderungen, ermöglicht die zerstörungsfreie Beschriftung Kennzeichnungen ohne zusätzliche Klebstoffe oder Beschichtungen, die Verunreinigungen verursachen könnten.
Glas lässt sich besonders sauber und dauerhaft mit UV-basierter Kaltbeschriftung beschriften.
Durch selektive Strukturänderungen oder Aktivierung einer dünnen Oberflächenschicht entstehen kontrastreiche Markierungen, die kratzfest und chemisch stabil sind. Für pharmazeutische Primärverpackungen und Laborgefäße ist diese Eigenschaft entscheidend, weil Lesbarkeit und Sterilität erhalten bleiben müssen.
Europäische Normen zur Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung in Pharma und Labor verlangen oft permanente, gut lesbare Identifikationen.

Folien und flexible Verpackungen profitieren ebenfalls: Dünne Verbundfolien aus PET, PA, PE oder metallisierten Schichten lassen sich ohne Durchdringung oder Schwächung markieren.
Die UV-Kaltbeschriftung erzeugt Kontrast, ohne die Barriereschicht zu beschädigen.

Beschriftung mit Tinte

UV-Laser

A: Laminierte Schicht (transparent) B: Beschriftungsschicht C: Andere Folienschicht D: Versiegelungsschicht

A: Laminierte Schicht (transparent)
B: Beschriftungsschicht
C: Andere Folienschicht
D: Versiegelungsschicht

Das ist besonders relevant für Lebensmittelverpackungen nach EU-Verordnungen und für Verpackungsnormen, die Integrität und Schutzfunktion vorsehen. Zudem reduziert die Methode das Risiko von Partikelbildung oder Kontamination, weil kein Abtragen oder Entfernen von Material stattfindet.

Halbleiter und Elektronikkomponenten stellen höchste Anforderungen: Wärmeempfindlichkeit, mikroskopische Strukturen und elektrische Funktionalität verlangen sehr schonende Markierverfahren. UV-Kaltmarkierung kann präzise Codes und Seriennummern auf Wafern, Chips oder Bauteilen erzeugen, ohne die Schichtdicken, Kontakte oder Passungen zu verändern.
In der Halbleiterindustrie gelten strenge Normen zur Rückverfolgbarkeit und zur Vermeidung von Kontaminationen. Hier punktet die zerstörungsfreie Beschriftung durch geringe thermische Belastung und minimale Partikelentstehung.

Insgesamt verbindet die UV-Wellenlängen-basierte Kaltbeschriftung die Vorteile von Langlebigkeit, Sauberkeit und Materialschonung.
Sie erfüllt die Anforderungen unterschiedlicher europäischer Rahmenwerke, von Lebensmittelkontaktbestimmungen über pharmazeutische GMP-Leitlinien bis zu branchenspezifischen EN-Normen zur Verpackungsstabilität und Rückverfolgbarkeit, da sie ohne zusätzliche Chemikalien, ohne Abtrag und mit hoher Präzision arbeitet.
Für Hersteller und Lieferketten bedeutet das: sichere, lesbare und regelkonforme Kennzeichnungen bei minimalem Einfluss auf das Grundmaterial — eine effiziente Lösung, wenn es um moderne, zerstörungsfreie Beschriftung geht.

KEYENCE und die zerstörungsfreie Beschriftung

Mit dem UV-Laser Coder FP und dem UV-Laser MD-U hat KEYENCE zwei Laser im Portfolio, welche die oben genannten physikalischen Eigenschaften auf Materialen ausübt. Beide sind für spezielle Anwendungen entwickelt worden und stechen in ihren jeweiligen Branchen heraus.

Die Modellreihe FP-1000 von KEYENCE ist ein UV-Laser Coder (355 nm), speziell für Folienbeschriftung entwickelt und ersetzt Thermotransferdrucker ohne Materialkontakt.
Sie markiert gezielt die innere pigmentierte Lage mehrschichtiger Folien, erzeugt dauerhaften Kontrast und reduziert Ausfallzeiten durch entfallene Bänder und Reinigungszyklen.

Die Modellreihe MD-U mit ihrer 3-Achsen-Steuerung mit Autofokus korrigiert Positionsabweichungen und ermöglicht verzerrungsfreie Markierung auf geneigten oder gewölbten Oberflächen.
Die hohe Laserleistung (bis zu 7 W am Werkstück) steht auf einem großen Beschriftungsfeld von 660 x 660 mm bereit.
Die Technologie reduziert Bruch, Vergilbung und Partikelbildung, erhält Barriereeigenschaften und minimiert Kontaminationsrisiken, was wichtig für EU-Regelwerke zur Lebensmittel- und Pharmaverpackung ist.
Unterstützende Kameras und integrierte Software erleichtern 2D-Code-Lesbarkeit und Rückverfolgbarkeit im Linienbetrieb.

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