Freihändig scannen am Kommissionierplatz: Stationäre Codeleser statt Handscanner

Am Kommissionier- und Packplatz zählt jede Handbewegung. Beim Arbeiten mit einem Handscanner unterbricht jeder Griff den Ablauf: Ware ablegen, Scanner aufnehmen, scannen, Scanner ablegen, Ware weiterbewegen. Bei hoher Pickfrequenz summieren sich diese Handlingverluste zu spürbaren Taktzeiten. Eine Alternative ist der fest montierte Codeleser, an dem die Ware vorbeigeführt wird, sodass beide Hände an der Ware bleiben. Dieser Artikel zeigt, wie freihändiges Scannen am Arbeitsplatz funktioniert, worauf es bei Ergonomie und Codeauswahl ankommt und in welchen Fällen sich stationäre Leser mit Handheld-Geräten kombinieren lassen.

Anfragen zum freihändigen Scannen nehmen seit 2025 deutlich zu. Ursache ist der steigende Leistungsdruck in Kommissionierung und Verpackung, insbesondere im E‑Commerce‑Fulfillment, wo hohe Stückzahlen auf kleine Auftragsgrößen treffen. Sobald jeder Artikel oder Karton erfasst werden muss, wird die Erfassungsmethode selbst zum Engpass. Stationäre Leser verlagern das Scannen aus einer bewussten, unterbrechenden Handlung in den bestehenden Materialfluss und reduzieren so die Unterbrechungen.

Wichtige Punkte im Überblick

  • Ein Handscanner erzwingt bei jedem Artikel einen Griffwechsel aus Ablegen, Greifen, Scannen und erneutem Ablegen, dessen Handling-Verluste sich bei hoher Pickfrequenz summieren.
  • Beim freihändigen Scannen wird der Artikel am fest montierten Leser vorbeigeführt, der kontinuierlich und mit Duplikatunterdrückung liest, sodass beide Hände an der Ware bleiben.
  • Für den Kommissionierplatz reduzieren die dafür entwickelten Modelle der Modellreihe SR-5000 die Blendung deutlich und ermöglichen ergonomischeres Arbeiten direkt vor dem Leser.
  • Da ein Versandlabel bis zu zehn Codes tragen kann, darf nur der gewünschte gebucht werden: Eine Filterung nach Codeart und Präfix oder eine Positivliste schließt Fremd- und Umverpackungscodes aus.
  • Stationäre Leser decken die hochfrequenten, ortsfesten Fixpunkte ab, Handheld-Geräte die mobilen Aufgaben, verbunden über eine gemeinsame Schnittstelle ins WMS.

Das Aufnehmen-Ablegen-Problem mit Handscannern

Der Handscanner ist flexibel, aber am ortsfesten Arbeitsplatz oft ineffizient:

  • Jeder Scan erzwingt einen Griffwechsel: Ware ablegen, Scanner greifen, scannen, Scanner ablegen, ein Ablauf, der sich bei jedem einzelnen Artikel wiederholt.
  • Handling-Verluste summieren sich: Bei hoher Pickfrequenz werden aus wenigen Sekunden je Griffwechsel schnell Minuten pro Stunde und Werker. Genau an dieser Stelle liegt das Optimierungspotenzial.
  • Ringscanner als Teillösung: Ringscanner am Finger sind eine Alternative, bringen aber eigene Kompromisse bei Ergonomie, Akku und Geräteverwaltung mit. Für den ortsfesten, hochfrequenten Prozess ist ein stationärer Leser häufig die robustere Wahl.

Hinzu kommt ein Qualitätsaspekt: Wo der Werker den Scanner suchen, greifen und ausrichten muss, entstehen unter Zeitdruck Fehler, ein übersprungener Scan, ein doppelt erfasster Artikel, ein falsch getroffener Code. Am ortsfesten Arbeitsplatz mit gleichbleibendem Ablauf ist dagegen jede Bewegung dieselbe. Diese Wiederholbarkeit ist der eigentliche Hebel: Sie senkt nicht nur die Taktzeit, sondern auch die Streuung zwischen guten und schlechten Arbeitsschichten.

Freihändig scannen im Präsentationsbetrieb

Beim freihändigen Scannen wird der Artikel am fest montierten Leser vorbeigeführt, statt den Scanner zur Ware zu bringen. Der Leser liest kontinuierlich; der Werker behält beide Hände an der Ware. Für diese Betriebsart am Handarbeitsplatz sind zwei Produktlinien einschlägig:

  • Für Kommissionierplätze entwickelte Modelle der Modellreihe SR-5000: Für den stationären Einsatz am Arbeitsplatz gibt es Modelle der Modellreihe SR-5000, die für Kommissionierplätze entwickelt sind: Modelle mit kontinuierlich leuchtenden LEDs reduzieren die Blendung über die Beleuchtungsfrequenz, Modelle mit fernroten LEDs arbeiten mit für das Auge kaum wahrnehmbarem Licht. Damit werden Lesevorgänge direkt vor dem Leser ergonomischer.
  • Modellreihe HR-X am Kommissionierplatz: Der AI-Handscanner der Modellreihe HR-X lässt sich über die verfügbaren Stative fest installieren; der integrierte Time-of-Flight-Sensor löst den Lesevorgang automatisch aus, sobald ein Objekt im Sichtfeld erkannt wird.

Wichtig für die Praxis: Eine kontinuierliche Lesung ohne Doppelbuchungen und eine Beschränkung auf freigegebene Codes sind übliche Anforderungen an einen solchen Arbeitsplatz. Die konkrete Ausprägung (Dauerlesebetrieb, Duplikat-Unterdrückung, Lesebestätigung) ist gerätespezifisch einzurichten und im Vortest zu verifizieren.

Eine sofortige Lesebestätigung für den Werker ist dabei mehr als Komfort. Sie schließt die Rückmeldeschleife, die beim Handscanner sonst durch das Display oder ein akustisches Signal des Geräts abgedeckt wird: Der Werker muss ohne Blick auf ein separates Gerät erkennen, dass der Artikel sicher erfasst wurde, bevor er ihn ablegt. Ein klar sichtbares oder hörbares Signal am Leseplatz erfüllt diese Aufgabe, ohne den Blick von der Ware zu nehmen.

Nicht jeder Kommissionierplatz braucht dieselbe Betriebsart. Am reinen Packplatz, an dem ein einzelnes Versandlabel bestätigt wird, genügt oft ein einfacher Präsentationsbetrieb. An einem Kitting- oder Sortierplatz, an dem viele kleine Artikel nacheinander erfasst werden, gewinnen die Duplikat-Unterdrückung und die Code-Auswahl an Bedeutung, hier entscheidet die richtige Einrichtung darüber, ob der Arbeitsplatz wirklich flüssig läuft.

Ergonomie: Montagehöhe, Blendung, Bedienerkomfort

Ein stationärer Leser wird nur akzeptiert, wenn er sich in den natürlichen Bewegungsablauf einfügt. Die Ergonomie entscheidet über die tatsächliche Nutzung:

  • Montagehöhe: Eine Positionierung unterhalb der Augenhöhe hilft, Blendung durch die Beleuchtungs-LEDs zu vermeiden (generische Ergonomie-Empfehlung). Wo direkte Blendung dennoch ein Thema ist, sind die für Kommissionierplätze entwickelten Modelle der Modellreihe SR-5000 die passende Wahl.
  • Positionierung im Bewegungsablauf: Der Leser sollte dort sitzen, wo die Ware ohnehin vorbeigeführt wird, nicht als zusätzliche Station, sondern als Teil des Griffs.
  • Akzeptanz der Werker: Ob die Lösung Taktzeit spart, zeigt sich erst im Betrieb. Fragen Sie die Akzeptanz im Pilot aktiv ab und passen Sie Höhe und Winkel an, das ist ein Erfolgskriterium, kein Detail.

Nur der richtige Code zählt

Ein Versandlabel trägt oft viele Codes, in dokumentierten Fällen bis zu zehn verschiedene auf einem einzigen Etikett. Am freihändigen Arbeitsplatz darf nur der gewünschte Code gebucht werden, sonst entstehen Fehlbuchungen durch Nachbar- oder Umverpackungscodes:

  • Filterung nach Codeart und Präfix: Über eine Beschränkung auf bestimmte Symbologien oder auf einen definierten Inhaltspräfix wird nur der relevante Code verarbeitet.
  • Abgleich mit freigegebenen Inhalten: Alternativ lässt sich die Verarbeitung auf zuvor festgelegte, freigegebene Codeinhalte einschränken, sodass alles andere ignoriert wird. (Die Filterung ist eine übliche Codeleser-Funktion; die konkrete Konfiguration erfolgt gerätespezifisch.)
  • Fremdcodes systematisch ausschließen: Ziel ist, Fehlbuchungen durch Codes benachbarter Artikel oder alter Umverpackungen von vornherein auszuschließen, bevor sie ins WMS gelangen.

Jeder einzelne Karton, manuelle Massenerfassung automatisieren

Ein wiederkehrender Ausgangspunkt aus der Praxis lautet sinngemäß: „Jeder einzelne Karton muss abgescannt werden, umständlich.“ Genau diese hochfrequente, ortsfeste Handarbeit ist der ideale Kandidat für einen stationären Leser:

  • Lesestation statt Einzelscan von Hand: Statt jeden Karton einzeln mit dem Handscanner aufzunehmen, wird er durch das Sichtfeld des fest montierten Lesers geführt.
  • Kombination am selben Arbeitsplatz: Der Leseplatz lässt sich mit einer Waage, einer Volumenmessung oder einer Fotodokumentation kombinieren, sodass Identifikation und weitere Erfassung in einem Handgriff zusammenfallen. (Die Kopplung mehrerer Erfassungsschritte am selben Objekt ist als modulares Prinzip aus Codeleser und Messsystem dokumentiert.)

So wird aus einer umständlichen Einzelerfassung ein flüssiger Prozessschritt, der die Taktzeit senkt und Fehlbuchungen reduziert.

Wann stationäre Leser mit Handheld- und Wearable-Geräten kombiniert werden

Stationär und mobil schließen sich nicht aus, sie decken unterschiedliche Prozessteile ab:

  • Stationär für hochfrequente, ortsfeste Prozesse: Am Pack- oder Kommissionierplatz, wo immer dieselbe Bewegung wiederholt wird, spielt der fest montierte Leser seine Stärke aus.
  • Handheld für flexible und mobile Aufgaben: Für Kommissionierung im Regal, Wareneingang oder Verladung bleibt das Handheld-Gerät die richtige Wahl (siehe dazu den Hauptartikel zur MDE-Geräteauswahl).
  • Gemeinsame Datenschnittstelle: Entscheidend ist, dass beide Gerätetypen über eine konsistente Schnittstelle ins WMS buchen, damit keine Datenbrüche entstehen.
  • Entscheidungsmatrix: Pickfrequenz, Ortsbindung, Artikelspektrum und der Bedarf an Zwei-Hand-Bedienung bestimmen, wo stationär und wo mobil die bessere Lösung ist.

In vielen Lägern ist die Lösung kein Entweder-oder, sondern eine gezielte Aufteilung: stationäre Leseplätze an den wenigen, hochfrequenten Fixpunkten des Warenflusses und mobile Geräte für alles, was in Bewegung bleibt. Beginnen Sie die Umstellung am Arbeitsplatz mit den meisten Scans; hier ist der Effekt am größten und am schnellsten messbar. Aus den Erfahrungen dieses Pilotplatzes lassen sich Montagehöhe, Filterlogik und Rückmeldung so festlegen, dass sich weitere Arbeitsplätze nach einem bewährten Standard ausrüsten lassen.

Fazit

Am hochfrequenten, ortsfesten Kommissionier- und Packplatz lohnt sich der Umstieg vom Handscanner auf einen fest montierten Codeleser: Beide Hände bleiben an der Ware und die Handlingverluste durch Aufnehmen und Ablegen entfallen. Für solche Arbeitsplätze sind die Modelle der SR-5000‑Reihe sowie die HR‑X‑Reihe mit Stativ und Time-of-Flight-Autotrigger geeignet. Entscheidend sind eine ergonomische Montage, eine zuverlässige Code‑Filterung, damit nur der richtige Code erfasst wird, und eine klare Zuordnung stationärer und mobiler Geräte entlang von Pickfrequenz und Ortsbindung.

Häufige Fragen

F Welcher Codeleser eignet sich für freihändiges Scannen am Kommissionierplatz?

A

Für den ortsfesten Kommissionierplatz eignen sich die speziell entwickelten Geräte der SR 5000‑Reihe, die Blendung deutlich reduzieren, sowie die HR X‑Modelle, die sich mit Stativ und Time-of-Flight‑Autotrigger fest installieren lassen. Die Ware wird am fest montierten Leser vorbei- bzw. durchgeführt, sodass beide Hände an der Ware bleiben und das wiederholte Aufnehmen und Ablegen entfällt.

F Warum ist ein stationärer Leser am Packtisch schneller als ein Handscanner?

A

Ein Handscanner erzwingt bei jedem Artikel einen Griffwechsel: Ware ablegen, Scanner greifen, scannen, Scanner ablegen. Bei hoher Pickfrequenz summieren sich diese Handlingverluste. Beim fest montierten Leser entfällt der Griffwechsel, da die Ware lediglich durch das Sichtfeld geführt wird.

F Wie verhindere ich, dass der falsche Code gebucht wird?

A

Ein Versandlabel kann mehrere Codes enthalten, manchmal bis zu zehn auf einem Etikett. Mithilfe einer Filterung nach Codeart oder Inhaltspräfix oder durch Abgleich mit einer Liste freigegebener Codes wird nur der gewünschte Code verarbeitet. Dadurch werden Fehlbuchungen durch benachbarte oder Umverpackungscodes zuverlässig ausgeschlossen.

F Blenden die Beleuchtungs-LEDs den Werker?

A

Blendung lässt sich vermeiden. Eine Montage unterhalb der Augenhöhe reduziert sie generell. Zudem sind die speziell für Kommissionierplätze entwickelten Geräte der SR‑5000‑Reihe so konstruiert, dass sie Blendung deutlich verringern und ergonomisches Arbeiten unmittelbar vor dem Leser ermöglichen.

F Ersetzt ein stationärer Leser die Handheld-Geräte im Lager?

A

Nein, beide ergänzen sich. Stationäre Leser sind für hochfrequente, ortsfeste Prozesse am Pack- oder Kommissionierplatz ideal; Handheld-Geräte bleiben für flexible und mobile Aufgaben wie Regalkommissionierung, Wareneingang und Verladung die richtige Wahl. Wichtig ist eine gemeinsame Datenschnittstelle ins WMS, damit die Buchungen konsistent bleiben.

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