Drehlage und Orientierung in der Powertrain- und Sicherheitsteilemontage: ausrichten, bevor gefügt wird

Ein rundes oder fast rundes Bauteil bringt seine Lage nicht mit. Die Entlüfterschraube im Getriebe muss in einem engen Winkelfenster sitzen, damit später kein Öl dorthin gelangt, wo keines hingehört. Ein Spurstangenkopf liegt in der Spannvorrichtung in beliebigem Winkel, bevor das Rohr angebogen wird. Eine Zünderplatte kann um 180 Grad gedreht oder mit der Rückseite nach oben in die Vorrichtung kommen. Keine dieser Stationen fragt nach einem Maß. Sie fragen nach einer Orientierung, und sie brauchen die Antwort, bevor gefügt, verpresst oder verschraubt wird. Dieser Beitrag beschreibt, woher die Winkeltoleranz kommt, wie das Bild für eine Drehlagenprüfung vorbereitet wird, was die Station ausgeben sollte und wann eine Kamera für diese Aufgabe die falsche Wahl ist.

Wichtige Punkte im Überblick

  • Die Drehlage wird zur Fügefrage, sobald der nächste Schritt eine Richtung hat: ein Schraubkanal muss über einer Bohrung stehen, eine Rastnase über ihrer Aufnahme, ein Schlitz in der Ebene des Werkzeugs.
  • Die Winkeltoleranz steht selten in der Zeichnung und ergibt sich daraus, was der Folgeprozess noch verträgt, wofür aus der Anwendungspraxis zwei bis drei Grad an einer Entlüfterschraube im Getriebe, ein bis zwei Grad an einem Spurstangenkopf über einen Bereich von ±20 Grad und zehn Grad als Ausschussgrenze an einer Zünderplatte dokumentiert sind.
  • Ein Fett- oder Ölfilm auf der Referenzkante begrenzt die Auswertung im Grauwertbild und im Profil gleichermaßen, und in einem dokumentierten Projekt wurde der Fall nicht an der Kamera gelöst, sondern mit einem Abstreifer an der vorgelagerten Fettstation.
  • Liegt das Merkmal in einer Bohrung oder hinter einer Öffnung, trägt die Höheninformation die Orientierung und nicht der Kontrast, und 2D/3D Laser-Profilsensoren der Modellreihe LJ-X8000 machen in einem dokumentierten Fall die Verzahnung einer Zahnstange eindeutig, die durch eine Öffnung von 30 mm in 130 mm Tiefe sichtbar ist.
  • Die Station sollte den Winkel als Wert ausgeben statt nur i.O. zu melden, denn eine Biegeanlage, ein Schrauber oder ein Rundtakttisch dreht auf den gemeldeten Wert und macht aus einer Ausschussstelle eine Ausrichtstelle.

Wann die Drehlage zur Fügefrage wird

Die Frage stellt sich, sobald der nächste Schritt eine Richtung hat. Ein Schraubkanal muss über einer Bohrung stehen, eine Rastnase über ihrer Aufnahme, ein Schlitz in der Ebene des Werkzeugs. In den dokumentierten Projekten sind das Entlüfter- und Einstellschrauben in der Getriebemontage, topfförmige Airbaggehäuse, die auf eine Bohrung gedreht werden, Planetenräder und Sonnenrad vor dem Einlegen, Nockenwellen, Zylinderköpfe und Kurbelwellen auf Bearbeitungslinien, Getriebeteile, die sich nur über ihre Rastnasen unterscheiden, und eine Frontkamera, die in ihre Halterung eingeclipst und dabei verdreht verschraubt werden kann.

Nicht gemeint ist die Messaufgabe am selben Teil. Rundlauf, Konzentrizität und Pin-Toleranzen sind Prüfmerkmale mit Zahlenwert und gehören in die Maßprüfung. Soll ein Roboter das Teil greifen und die Koordinate weiterverarbeiten, ist das eine Aufgabe der Roboterzelle und nicht dieser Station.

Zwei bis drei Grad an der Entlüfterschraube: woher die Toleranz kommt

Eine Winkeltoleranz steht selten in der Zeichnung. Sie ergibt sich daraus, was der Folgeprozess noch verträgt. Aus der Anwendungspraxis sind drei Größenordnungen dokumentiert: zwei bis drei Grad an einer Entlüfterschraube im Getriebe, ein bis zwei Grad an einem Spurstangenkopf über einen Bereich von ±20 Grad, damit die Biegeanlage das Rohr anlegen kann, und zehn Grad als Ausschussgrenze an einer Zünderplatte.

Die Spanne zwischen diesen Werten zeigt, warum die Diskussion vor die Gerätewahl gehört. Ein Grad Wiederholbarkeit verlangt ein anderes Bildfeld, eine andere Beleuchtung und eine andere Merkmalswahl als zehn Grad. Sinnvoll ist deshalb, die Toleranz aus dem Folgeprozess abzuleiten und sie anschließend am Originalteil zu bestätigen.

Referenzkante, Hintergrund und Bildfeld vorbereiten

Die Drehlage hängt fast immer an einer einzigen Kante, Nase oder Bohrung. Ob die Prüfung trägt, entscheidet sich daran, ob dieses Merkmal sich sauber vom Rest abhebt.

In den dokumentierten Stationen arbeiten die Geräte in 100 bis 500 mm Abstand, frontal oder leicht angestellt. Der Hintergrund wird gezielt gebaut: matt weiße Bürsten oder Schaumstoffbacken in der Vorrichtung, damit die Kante dunkel vor hellem Grund steht. Eingelernt wird ein Referenzbild bei null Grad, dazu ein Werkzeug zur Positionskorrektur mit weitem Drehbereich und der genaueren Einstellung. AI Vision-Sensoren der Modellreihe IV4 decken Arbeitsabstände von 50 mm bis über 3 m ab; die engere Grenze setzt hier meist der Bauraum in der Vorrichtung. Das Sichtfeld selbst hängt am Objektiv und ist ein Anwendungswert, kein Gerätewert. Es gehört in den Machbarkeitstest.

Fett und Öl auf der Referenzkante

Die Kante, die den Winkel trägt, ist in der Montage selten sauber. Ein Fett- oder Ölfilm verändert ihr Erscheinungsbild von Teil zu Teil, und zwar genau dort, wo die Auswertung hinsieht.

In einem dokumentierten Projekt lieferte weder die Auswertung im Grauwertbild noch die Auswertung im Profil einen stabilen Winkel, solange der Film auf der Kante lag. Gelöst wurde der Fall nicht an der Kamera, sondern davor: Die vorgelagerte Fettstation bekam einen Abstreifer, und die Referenzkante blieb frei. Für die Auslegung folgt daraus eine einfache Regel. Prüfen Sie die Machbarkeit an Teilen im Zustand der Station und nicht an gereinigten Mustern, und klären Sie früh, ob der vorgelagerte Prozess veränderbar ist.

Wenn nur das Profil die Orientierung trägt

Manche Merkmale liegen so, dass ein Grauwertbild sie nicht hergibt: in einer Bohrung, hinter einer Öffnung, im Schatten einer Wand. Dann trägt die Höheninformation die Orientierung und nicht der Kontrast.

Dafür arbeiten 2D/3D Laser-Profilsensoren der Modellreihe LJ-X8000. Der Sensor tastet eine Linie ab und liefert 3.200 Punkte je Profil bei einem X-Feld von 7,0 bis 510 mm je nach Messkopf. In der Anwendungspraxis steht dafür der Fall einer Zahnstange in einem Lenkungsgehäuse, die durch eine Öffnung von 30 mm in 130 mm Tiefe sichtbar ist. Im Bild ist dort kaum etwas zu unterscheiden, im Profil ist die Verzahnung eindeutig.

Winkel ausgeben statt i.O. melden

Vor der Gerätewahl steht die Frage, was die Station verlässt. Drei Ausgaben kommen vor: eine binäre Entscheidung, ein Winkel als Wert, den die nächste Maschine verrechnet, und ein gespeicherter Nachweis je Teil.

Der Winkel ist der Fall, der am häufigsten unterschätzt wird. Eine Biegeanlage, ein Schrauber oder ein Rundtakttisch dreht auf den gemeldeten Wert, statt das Teil abzuweisen. Aus einer Ausschussstelle wird so eine Ausrichtstelle. Übertragen wird der Wert in den dokumentierten Stationen über EtherNet/IP oder PROFINET; All-in-One Kameras mit integrierter AI der Modellreihe VS geben ihn über dieselben Feldbusse aus. Eine Station, die nur i.O. und n.i.O. kennt, muss für einen späteren Winkelwert erneut angefasst werden.

180 Grad verdreht, Rückseite oben und mehrere Typen

Neben dem Winkel steht die gröbere Frage: Liegt die richtige Seite oben, und ist es der richtige Typ? Eine Zünderplatte, die gedreht oder mit der Rückseite nach oben eingelegt wird, ist kein Winkelfehler, sondern eine Verwechslung mit Folgen.

Dafür eignen sich eingelernte Werkzeuge besser als feste Schwellen. AI Identify auf der Modellreihe IV4 braucht zunächst die Registrierung eines einzigen Bildes; zusätzliches Anlernen unterscheidet anschließend Typen sowie Vorder- und Rückseite. Läuft mehr als eine Variante über die Station, kommt die Programmverwaltung dazu. Die Modellreihe IV4 hält 32 Programme intern vor, mit microSD-Karte und aktivierter Programmerweiterung 128; die Schnelle Programmumschaltung in 100 ms gilt für maximal acht Programme. Linien mit einer zweistelligen Typenzahl klären das besser vor der Inbetriebnahme.

Fremdlicht, Umhausung und ein reproduzierbares Ergebnis

Eine Winkelangabe ist nur so gut wie ihre Wiederholbarkeit über Schichten und Jahreszeiten hinweg. In zwei dokumentierten Projekten war eine Abschirmung oder Umhausung nicht als Empfehlung notiert, sondern als Bedingung dafür, dass die Prüfung überhaupt trägt.

Drei Dinge gehören deshalb in das Konzept und nicht in die Inbetriebnahme: eine Abschirmung gegen Tageslicht und Hallenbeleuchtung, eine steife Halterung, die ein Anstoßen nicht unbemerkt in eine Winkelverschiebung übersetzt, und eine dokumentierte Nullstellung, an der sich nach jedem Eingriff prüfen lässt, ob die Station noch denselben Winkel meldet.

Wann eine Lichtschranke reicht

Nicht jede Drehlage braucht ein Bild. Ist das Merkmal grob genug, liegt es immer an derselben Stelle und läuft nur ein Typ über die Station, beantwortet ein digitaler Lichtleitersensor der Modellreihe FS-N oder ein CMOS-Lasersensor der Modellreihe LR-X dieselbe Frage mit weniger Aufwand. Genau dieser Fall ist in einer dokumentierten Anwendung belegt, und eine Kamera wäre dort überspezifiziert gewesen.

Die Kamera verdient ihren Platz, sobald mehrere Typen über dieselbe Station laufen, ein Winkel als Wert gebraucht wird, das Erscheinungsbild des Merkmals schwankt oder ein Nachweis je Teil gespeichert werden soll. Ein zweiter, in diesem Umfeld häufiger Anlass ist der Lebenszyklus: Eine vor Jahren aufgebaute Prüfung wird erneuert, weil ihre Bedienung nicht mehr zur heutigen IT-Landschaft des Werks passt. Der belastbare Weg zur Entscheidung ist in beiden Fällen ein Test an Originalteilen mit schriftlichem Ergebnis, bevor die Station bestellt wird.

Häufige Fragen

F Wie genau lässt sich eine Drehlage vor dem Fügen bestimmen?

A

Das hängt am Merkmal und nicht am Gerät. Aus der Anwendungspraxis sind ein bis zwei Grad an einem Spurstangenkopf über ±20 Grad, zwei bis drei Grad an einer Entlüfterschraube und zehn Grad als Ausschussgrenze an einer Zünderplatte dokumentiert. Welche Genauigkeit Ihre Station erreicht, klärt ein Test an Originalteilen mit dem geplanten Hintergrund und der geplanten Beleuchtung.

F Woher kommt die Winkeltoleranz, wenn die Zeichnung keine nennt?

A

Aus dem Folgeprozess. Maßgeblich ist, welche Abweichung die Biegeanlage, der Schrauber oder die Fügevorrichtung noch verarbeitet, ohne dass ein Fehler entsteht. Dieser Wert wird festgelegt, bevor die Station spezifiziert wird, und im Prüfbericht festgehalten. In der Praxis entsteht das Kriterium meist erst beim Test, weil es vorher nirgends dokumentiert ist.

F Was tun, wenn Fett oder Öl auf der Referenzkante liegt?

A

Den vorgelagerten Prozess ansehen und nicht nur die Auswertung. Ein Film auf der Kante verändert ihr Erscheinungsbild von Teil zu Teil und begrenzt Grauwert- und Profilauswertung gleichermaßen. In einem dokumentierten Fall wurde die Fettstation um einen Abstreifer ergänzt, danach blieb die Kante frei. Machbarkeitstests gehören deshalb an Teile im Zustand der Station.

F Wann ist ein Profilsensor der Kamera überlegen?

A

Wenn die Orientierung an einer Höhenstruktur hängt, die im Grauwertbild nicht sichtbar ist, etwa in einer Bohrung oder hinter einer schmalen Öffnung. 2D/3D Laser-Profilsensoren der Modellreihe LJ-X8000 liefern 3.200 Punkte je Profil bei einem X-Feld von 7,0 bis 510 mm je nach Messkopf. Liegt das Merkmal offen und kontrastreich, bleibt die Kamera die einfachere Lösung.

F Wie gibt die Station einen Winkel an die nächste Maschine weiter?

A

Als Wert über den Feldbus und nicht als Schaltsignal. In den dokumentierten Stationen laufen Winkelwerte über EtherNet/IP oder PROFINET zur Steuerung, die den Rundtakttisch, die Biegeanlage oder den Schrauber nachführt. Festlegen sollten Sie das vor der Gerätewahl, weil eine rein binäre Verdrahtung später nicht ohne Eingriff in die Station erweitert werden kann.

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