Batteriekomponenten dauerhaft kennzeichnen: DMC-Laserbeschriftung auf Wanne, Rahmen und Gehäuse
Eine Batteriewanne aus Aluminium-Druckguss, ein Modulrahmen mit Schrumpfschlauch, ein schwarzes Kunststoffgehäuse und ein Schaumeinleger mit Batterieausschnitt laufen in derselben Linie und tragen dieselbe Anforderung: Jedes Teil braucht eine eigene, maschinenlesbare Identität, in der Regel einen Data-Matrix-Code samt Seriennummer und Teilenummer in Klarschrift. Zwei Dinge unterscheiden diese Aufgabe von der Kennzeichnung eines Metallbauteils im Allgemeinen. Die Oberflächen wechseln innerhalb einer Baugruppe von Druckguss über glasfaserverstärkten Kunststoff bis zum Schaum. Und nach dem Beschriften folgen Prozesse, die die Markierung angreifen, von der Lackierung über die Folierung bis zur Plasmareinigung. Dieser Leitfaden ordnet die Verfahren nach diesen beiden Achsen und zeigt, was die Markierstation im Anlagentakt und in der Zelle wirklich leisten muss.
Wichtige Punkte im Überblick
- Eine Batteriewanne aus Aluminium-Druckguss, ein Modulrahmen mit Schrumpfschlauch, ein schwarzes Kunststoffgehäuse und ein Schaumeinleger laufen in derselben Linie und brauchen jedes eine eigene maschinenlesbare Identität, in der Regel einen Data-Matrix-Code samt Seriennummer und Teilenummer in Klarschrift.
- Das Etikett ist in fast jeder dokumentierten Linie der Ausgangszustand und wird aus drei wiederkehrenden Gründen verdrängt: den Kosten je Teil, der Prozesssicherheit beim Aufbringen und der Haltbarkeit über alle Folgeschritte.
- Die Oberfläche entscheidet über das Verfahren: Aluminium-Druckguss, gefräste und beschichtete Wannen, Modulrahmen und Halter markiert der 3-Achsen-Hybrid-Beschriftungslaser der Modellreihe MD-X, auf dünnem Blech von etwa 0,5 mm als Anlassbeschriftung, die einen dunklen Code erzeugt, ohne die Blechdicke anzutasten.
- Für schwarze, graue und glasfaserverstärkte Gehäuse, Separatorlagen, Schaumteile und mit Schrumpfschlauch überzogene Modulrahmen arbeitet der 3-Achsen-UV-Beschriftungslaser der Modellreihe MD-U, dessen hohe Absorption bei 355 nm den Kontrast mit minimalem Wärmeeintrag erzeugt.
- Ein Code, der unmittelbar nach dem Beschriften gut aussieht, ist noch kein Code, der am Prüfstand gelesen wird: Kratzfestigkeit, eine Plasmareinigung über 360 Grad, eine Laserreinigung vor dem Drahtbonden sowie Lack-, Beschichtungs- und Folienschichten entscheiden mit, weshalb der Lesetest an Teile aus dem echten Prozess gehört.
Warum das Etikett in der Batteriefertigung an seine Grenzen kommt
In fast jeder dokumentierten Linie ist das Etikett der Ausgangszustand, und in fast jeder wird es hinterfragt. Auf einer Kunststoff-Separatorlage war ursprünglich ein Etikett vorgesehen, im Projektverlauf setzte sich die Laserbeschriftung durch. Auf Schaumteilen mit Batterieausschnitt ersetzte ein UV-Laser eine Tintenstrahlstation. An anderen Stellen tritt der Nadelpräger als günstigere Alternative auf und scheidet aus, sobald die Wandstärke oder die Optik des Bauteils keine Verformung zulässt.
Drei Argumente wiederholen sich in diesen Entscheidungen: die Kosten je Teil, die Prozesssicherheit beim Aufbringen und die Haltbarkeit über alle Folgeschritte. Wo der Endkunde Etiketten vorschreibt, verschwindet die Aufgabe nicht, sie verschiebt sich: Dann muss die Linie gemischte Kennzeichnung sicher lesen, gelaserte DMC neben gedruckten Labeln.
Aluminium-Druckguss, gefräste Wanne, dünnes Blech: das Verfahren je Metalloberfläche
Auf den Strukturteilen ist der Hybrid-Beschriftungslaser der Modellreihe MD-X das Arbeitspferd. Er markiert Aluminium-Druckguss, gefräste und beschichtete Wannen aus dem Bearbeitungszentrum, Modulrahmen, Halter und Base Plates von Batteriekühlern sowie Stahl und Edelstahl in derselben Zelle. Die dokumentierten Codegrößen reichen von 6 x 6 mm am Gehäuserand bis 20 x 20 mm auf einer großen Wanne, jeweils mit Klarschrift daneben, häufig Datum und Uhrzeit.
Bei dünnem Werkzeug- und Elektroblech von etwa 0,5 mm mit leichten Ölrückständen darf nichts abgetragen werden. Hier ist die Anlassbeschriftung der passende Weg: Der Laser erwärmt die Oberfläche lokal und erzeugt einen dunklen, kontrastreichen Code, ohne die Blechdicke anzutasten. Auf frisch bearbeiteten Flächen mit Kühlschmierstoffresten und auf silbrig glänzendem Aluminium lohnt ein Beschriftungstest am Originalteil, weil Kontrast und Leserate hier stärker von der Vorbehandlung abhängen als von der Laserleistung.
Schwarzer Kunststoff, Schaum und Schrumpfschlauch
Die Nichtmetalle einer Batterie sind kein Randthema. Gehäuse und Batteriekästen in schwarz, grau, weiß und blau, Separatorlagen aus ABS, Träger von Zellkontaktiersystemen, glasfaserverstärkte Gehäuse in orange, Schaumteile und mit Schrumpfschlauch überzogene Modulrahmen stehen in derselben Montage. Wo der Prozess kalt bleiben muss, arbeitet der UV-Beschriftungslaser der Modellreihe MD-U: Bei 355 nm ist die Absorption in vielen Kunststoffen hoch, sodass ein sauberer Kontrast mit minimalem Wärmeeintrag entsteht. In dokumentierten Anwendungen liegen die Markierzeiten auf Kunststoff bei etwa 0,55 bis 0,85 Sekunden gegen Stationstakte von 4 bis 12 Sekunden, der Laser ist dort also nicht der Engpass.
Ein Befund aus der Praxis lohnt besondere Aufmerksamkeit: Zwei nominell gleiche Oberflächen verhalten sich unterschiedlich. Bei einem Modulrahmen mit Schrumpfschlauch aus zwei Bezugsquellen war nur eine der beiden Varianten mit dem Hybridlaser markierbar, der UV-Prozess beherrschte beide. Deshalb gilt für Kunststoff, Schaum und Beschichtungen dieselbe Regel wie für Metall, nur strenger: Vergleichsbeschriftung je Compound und je Lieferantenvariante, nicht je Werkstoffgruppe.
- Schwarze und dunkle Compounds: Farbumschlag prüfen, weil der Kontrast stark von Füllstoff und Pigment abhängt.
- Helle Untergründe mit dunklem Code: möglich, aber zeitintensiv. In einer dokumentierten Anwendung kostete die beste erreichbare Variante 32 bis 48 Sekunden gegen ein Ziel von 30 Sekunden.
- Höhenunterschiede von rund 100 mm zwischen Varianten auf demselben Band: über den Arbeitsabstand der Station auslegen, denn der Standard-Betriebsabstand ist nur um rund 20 mm variabel; Autofokus und Kameraposition fangen danach die Restabweichung ab.
Kratzfest, reinigungsfest, lackierfest: was die Markierung überstehen muss
Diese Achse wird beim Auslegen am häufigsten übersehen. Ein Code, der unmittelbar nach dem Beschriften gut aussieht, ist noch kein Code, der am Prüfstand gelesen wird. In einem dokumentierten Projekt wurde das Ergebnis eines Hybridlasers nicht wegen des Kontrasts abgelehnt, sondern weil es nicht kratzfest war, und genau das verschob die Anwendung auf den UV-Prozess. Gedruckte Codes zeigen dasselbe Muster: Ein Kunde akzeptierte, dass sich die Markierung abkratzen lässt, ein anderer nicht.
Hinzu kommen Reinigungsschritte, die nach dem Kennzeichnen auf dasselbe Teil wirken. In dokumentierten Anwendungen finden sich eine Plasmareinigung über 360 Grad an der Zelle, eine Laserreinigung von rund 300 Stellen je Modul vor dem Drahtbonden und eine Partikelabreinigung an Keramikstäben. Auf Wannen und Rahmen wirken Lackieren, Beschichten und Folieren in gleicher Richtung. Praktisch heißt das: Der Lesetest gehört an Teile, die den echten Prozess durchlaufen haben, und nicht an frisch markierte Muster. Für die Beurteilung reicht das Auge nicht aus. Wie tief eine Gravur von etwa 15 µm tatsächlich ist und wie sich die Oberflächenstruktur verändert hat, lässt sich im Labor mit einem 3D Laserscanning-Mikroskop der Modellreihe VK-X belegen, was besonders dann zählt, wenn eine verschmutzte Optik als Ursache im Raum steht.
Die Markierfläche erreichen: von unten, von der Seite, über die Wölbung
Bei Batterieteilen liegt die Markierfläche selten oben und selten plan. Der Code soll an eine Gehäusekante, in eine Vertiefung im Druckguss oder auf eine Fläche, die im Rundtakttisch nur von unten zugänglich ist. In realen Projekten entscheidet diese Geometriefrage häufiger über die Machbarkeit als der Werkstoff.
Der Hybrid-Beschriftungslaser der Modellreihe MD-X arbeitet dafür mit Autofokus und kamerabasierter Positionserkennung: Die Fokuslage folgt der tatsächlichen Bauteilhöhe, die Kamera erkennt die reale Teilelage, statt eine exakte mechanische Ausrichtung vorauszusetzen. Für Flächen, die wirklich dreidimensional verlaufen, steht die Option MD-AD-3D bereit. Ist die Fläche nur von unten oder von der Seite erreichbar, führt eine schlanke Strahlführung in Rüsselbauweise zum Ziel, in einem dokumentierten Fall mit lediglich rund 140 mm Arbeitsabstand über einem Drehteller. Markierfelder von etwa 330 mm im Quadrat und Bauteilgrundflächen bis 2.200 x 900 mm sind in diesem Umfeld belegt. Bleibt eine Position optisch unerreichbar, ist das eine Aufgabe für die Vorrichtung, nicht für mehr Laserleistung.
Markierzeit im Anlagentakt und mehrere Positionen je Teil
Die Zeitfenster in diesem Umfeld liegen weit auseinander. Auf einer großen Wanne sind rund 40 Sekunden Beschriftungsdauer dokumentiert, in einer Linie mit elf Teilen pro Minute bleiben etwa 3 Sekunden je Teil, und Stationstakte von 4 bis 12 Sekunden gelten in der Modulmontage als normal. Ein Kupfer-Busbar mit orangem, glasfaserverstärktem Gehäuse belegte 25 Sekunden Markierzeit in einem Takt von 30 Sekunden, was zeigt, wie schnell zwei Werkstoffe in einer Station die Reserve aufbrauchen.
Vier Stellhebel haben sich bewährt, bevor über eine zweite Station gesprochen wird: den Code nicht größer auslegen als das Lastenheft verlangt, die Klarschrift auf das Notwendige begrenzen, die Beschriftung in die Nebenzeit des Handlings legen und bei mehreren Positionen je Teil die Reihenfolge so wählen, dass Verfahrwege kurz bleiben.
Codegüte belegen und direkt in der Zelle gegenlesen
Wo das Lastenheft eine Codegüte nennt, in dokumentierten Anwendungen häufig mindestens Güte B, gehört die Bewertung in die Markierstation. Ein stationärer AI-Codeleser der Modellreihe SR-X liest den frisch gelaserten Code unmittelbar gegen und liefert dazu einen Übereinstimmungswert von 1 bis 100, sodass ein fehlerhaft markiertes Teil sofort ausgeschleust wird und keine separate Prüfstation nötig ist. Bewertungsgrundlage ist bei direktmarkierten Codes die ISO/IEC TR 29158, bei gedruckten Codes und Etiketten die ISO/IEC 15415. Auf größere Entfernung oder über eine breitere Durchfahrt übernimmt ein Lesegerät der Modellreihe SR-2000 dieselbe Aufgabe.
Zwei Randbedingungen gehören von Anfang an in die Auslegung. Erstens: Ein einzelner stationärer Leser erfasst an einer Rundzelle deutlich weniger als 120 Grad des Umfangs, drei Leser lassen also Lücken und für die volle Abdeckung sind vier bis fünf nötig. Zweitens: Die Codeposition ist an vielen Stationen nicht nur Identität, sondern gleichzeitig die Referenz für die Verdrehung, die an den Handhabungsroboter oder die Reinigungsstation weitergegeben wird. Beides behandelt der Beitrag „DMC an der Batteriezelle: Kennzeichnen und Lesen an Rundzelle, Zellbecher und Zelldeckel" im Detail. Sind neben dem Code auch Klarschrift, Etikettenlage oder Vollständigkeit von Verschraubungen zu prüfen, übernimmt das ein AI Vision-Sensor der Modellreihe IV4 an der festen Station, und bei mehreren Kameras und kombinierter Code-, Klarschrift- und Oberflächenprüfung die High-Performance Bildverarbeitung mit integrierter AI der Modellreihe VS-G.
Rohteil-DMC in der Gießerei oder Kennzeichnung in der Linie
Bleibt die Frage, wann das Teil seine Identität bekommt. Der frühe Weg ist der Rohteil-DMC samt Klartext in der Gießerei, oft mit einem Laser, der dem Endkunden beigestellt wird. Er hat den Vorteil, dass jeder Bearbeitungsschritt auf dem Rohteil bereits einem Datensatz zugeordnet werden kann. Er verlangt aber, dass die Markierung Spanen, Waschen, Dichtigkeitsprüfung und Beschichtung übersteht und danach noch decodierbar ist.
Der spätere Weg ist eine Markierzelle in der Bearbeitungslinie, nach dem letzten formgebenden Schritt. Dort ist die Oberfläche definiert, der Kontrast planbar und die Codegüte leichter zu halten, dafür bleibt die Vorgeschichte des Teils unbelegt. In vielen Linien wird beides kombiniert: ein robuster Rohteilcode für die Bearbeitung und ein finaler DMC für Modul- und Packmontage, den die Lesestationen entlang der Linie weiterverfolgen. Wo an dünnem Band oder auf Folie gekennzeichnet wird, gelten wieder andere Regeln, die der Beitrag „Elektrodenbahnen, Folien und Stromleiter kennzeichnen: DMC und Fehlermarkierung im laufenden Band" beschreibt.
Häufige Fragen
F Welcher Laser passt zu Batteriewanne, Modulrahmen und Kunststoffgehäuse?
A
Auf Aluminium-Druckguss, gefrästen Wannen, Rahmen und Blech arbeitet der Hybrid-Beschriftungslaser der Modellreihe MD-X, auf dünnem Blech als Anlassbeschriftung ohne Materialabtrag. Für Kunststoff, Schaum und mit Schrumpfschlauch überzogene Rahmen ist der UV-Beschriftungslaser der Modellreihe MD-U die richtige Wahl, weil er mit minimalem Wärmeeintrag markiert. Steht Kratzfestigkeit im Lastenheft, ist der UV-Prozess in dokumentierten Fällen der belastbarere Weg.
F Warum ersetzen Batteriehersteller Etiketten und Tintenstrahl durch Laserbeschriftung?
A
Etiketten kosten pro Teil, müssen aufgebracht werden und können sich lösen, womit ein Teil ohne Identität in der Linie steht. Auf Schaumteilen wurde in der Anwendungspraxis eine Tintenstrahlstation durch einen UV-Laser ersetzt. Die Laserbeschriftung arbeitet berührungslos und verbrauchsmittelfrei, und der Code lässt sich in derselben Zelle sofort gegenlesen.
F Wie lange dauert die Beschriftung im Anlagentakt?
A
Auf Kunststoff liegen dokumentierte Markierzeiten bei etwa 0,55 bis 0,85 Sekunden gegen Stationstakte von 4 bis 12 Sekunden. Auf einer großen Aluminiumwanne sind rund 40 Sekunden belegt, in einer Linie mit elf Teilen pro Minute etwa 3 Sekunden je Teil. Codegröße, Klarschriftumfang und Verfahrwege bestimmen die Zeit, bei zwei Werkstoffen in einer Station wird die Reserve schnell knapp.
F Bleibt der Code nach Reinigung, Lackieren und Folieren lesbar?
A
Nur wenn das Verfahren darauf ausgelegt wurde. Auf Batterieteilen wirken nach dem Kennzeichnen Plasmareinigung über 360 Grad, Laserreinigung vor dem Drahtbonden, Partikelabreinigung sowie Lack-, Beschichtungs- und Folienschichten. Der Lesetest gehört daher an Teile, die den echten Prozess durchlaufen haben, nicht an frisch markierte Muster.
F Wie weist man die geforderte Codegüte nach?
A
Ein stationärer Codeleser der Modellreihe SR-X bewertet den Code direkt nach dem Beschriften und liefert einen Übereinstimmungswert von 1 bis 100, sodass fehlerhafte Teile in derselben Zelle ausgeschleust werden. Direktmarkierte Codes werden nach ISO/IEC TR 29158 beurteilt, gedruckte Codes und Etiketten nach ISO/IEC 15415. Fordert das Lastenheft mindestens Güte B, wird diese Bewertung in der Anlaufphase üblicherweise durchgehend mitgeführt.
Weiterführende Artikel
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Weiterer Artikel im Thema: Elektrodenbahnen, Folien und Stromleiter kennzeichnen: DMC und Fehlermarkierung im laufenden Band
Weiterer Artikel im Thema: Codes in der Modul- und Packmontage lesen: Vorrichtung, Werkstückträger, Palette und Prüfstand
Weiterer Artikel im Thema: Wasserstoff und Brennstoffzelle kennzeichnen: Tank, Anschlussstück, Membran und Stack