Die Modellreihe BZ-X beschleunigt die Algenöl-Forschung von Phycobloom und fördert nachhaltige Biokraftstoffe durch synthetische Biologie und Hochleistungs-Bildgebung
Links: Dr. Ian Hu (CTO), Rechts: John Waite (CEO)
- Interviewpartner: John Waite, CEO, Phycobloom
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John Waite ist Mitbegründer und CEO von Phycobloom, einem Unternehmen, das nachhaltige flüssige Kraftstoffe aus Algen entwickelt. Er promovierte in Materialwissenschaften an der Universität Oxford, wo er an Hochentropie-Legierungen für Fusionsanwendungen forschte. Nach seiner Lehrtätigkeit am St Edmund Hall und der Teilnahme an Entrepreneur First gründete er 2019 Phycobloom mit. Im Jahr 2022 wurde Phycobloom für das Breakthrough Energy Fellowship ausgewählt.
- Interviewpartner: Ian Hu, CTO, Phycobloom
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Ian Hu ist Mitbegründer und Chief Technology Officer von Phycobloom. Als CTO gestaltet er die Entwicklungs-Roadmap des Unternehmens und überwacht die Forschungsaktivitäten und die Personalbeschaffung. Er ist studierter Biologe und promovierte an der Universität Cambridge. Während seiner Doktorarbeit und in früheren Forschungsprojekten beschäftigte er sich mit den unterschiedlichsten Themen der experimentellen Laborarbeit – von der Infektion von Tomatenpflanzen über die Synthese fluoreszierender Sonden bis hin zur Isolierung von Parasiten aus Scampi. Bei Phycobloom wendet er diese breite experimentelle Kompetenz an, um Ansätze der synthetischen Biologie für Algen voranzutreiben und so die Mission des Unternehmens zu unterstützen, nachhaltige, aus Algen gewonnene Öle als Drop-in-Kraftstoffe zu produzieren.
- 01. Überblick über die aktuelle Forschung und Projektziele
- 02. Herausforderungen und technische Hürden
- 03. Motivation für die Einführung der Modellreihe BZ-X
- 04. Hauptmerkmale und Vorteile
- 05. Spezifische Verbesserungen nach Einführung der Modellreihe BZ-X, wie z. B. Qualitätsverbesserung, Zeitersparnis, Beschleunigung des F&E-Prozesses usw.
- 06. Besondere Ereignisse und Erfolgsgeschichten mit der Modellreihe BZ-X
- 07. Zukunftsaussichten und langfristige Ziele
- 08. Botschaft an junge Forscher und Unternehmen
01. Überblick über die aktuelle Forschung und Projektziele
Phycobloom entwickelt ein System, das die Kraft der synthetischen Biologie und der Gentechnik nutzt, um das Verhalten von Algen zu verändern. Ziel des Unternehmens ist es, die Gewinnung von Algenöl zu ermöglichen, ohne die Zellen zu zerstören. Herkömmliche Technologien erfordern das Abtöten und Lysieren von Zellen, um das Öl zu extrahieren – ein Verfahren, das zeitaufwändig und kostspielig ist und ein Nachwachsen der Biomasse voraussetzt. Mithilfe der Gentechnik hat Phycobloom es den Algen ermöglicht, Öl an ihre Umgebung abzugeben, sodass sich größere Mengen mit geringem oder gar keinem nachgeschalteten Verarbeitungsaufwand gewinnen lassen.
In seiner Forschung setzt Phycobloom fluoreszierende Proteine und Lipidfärbung ein, um die Lipidsynthese in Algen zu verfolgen – mit einem Schwerpunkt auf der Beobachtung auf Einzelzellebene und der Datenanalyse. Um die Einheitlichkeit der Kultur und die Effizienz des Gentransfers zu bewerten, hat das Unternehmen ein System zur schnellen Analyse einer großen Anzahl von Zellen etabliert.
Das oberste Ziel von Phycobloom ist es, Algen zu etablieren, die kostengünstig Öl aus Luft, Wasser und Sonnenlicht erzeugen und so fossile Brennstoffe als Energiequelle verdrängen können. In Sektoren, in denen sich andere erneuerbare Energien nur schwer umsetzen lassen – etwa in der Luftfahrt, der Schifffahrt und der Kunststoffproduktion –, werden Biokraftstoffe eine entscheidende Rolle spielen. Das Unternehmen ist überzeugt, dass aus Algen gewonnener Biokraftstoff der einzige Biokraftstoff ist, der sich in großem Maßstab nachhaltig produzieren lässt, und verfolgt das Ziel, mit Algenkraftstoff den weltweiten Umgang mit Energie zu verändern.
02. Herausforderungen und technische Hürden
Phycobloom steht vor technischen Herausforderungen auf mehreren Ebenen. Die täglichen Bemühungen des Unternehmens zielen darauf ab, die Lipidsynthese und Lipidsekretion in seinen Algenarten zu optimieren. Dies erfordert ein tiefes Verständnis des Algenstoffwechsels und der Wachstumsmuster sowie präzise genetische Veränderungen, um sicherzustellen, dass Energie und Kohlenstoff zur richtigen Zeit durch die richtigen Bahnen fließen. Algen sind photosynthetische Kraftpakete, die Lipide effizienter als jeder andere Organismus produzieren können – doch wenn ihre Kohlenstoffquelle (Stoffwechsel) und ihre Kohlenstoffsenken (Sekretionssysteme) nicht zusammenspielen, leidet die Gesamtproduktivität.
Algen stellen zudem allgemeine Herausforderungen als Chassis für die synthetische Biologie dar. Im Vergleich zu Modellarten stehen nur begrenzte Werkzeuge und Datensätze für die genetische Manipulation zur Verfügung, und es ist schwierig, die Konsistenz und Lokalisierung der Proteinexpression sicherzustellen. Phycobloom verwendet häufig fluoreszierende und lumineszierende Marker, um das Verhalten und die Leistung seiner genetischen Veränderungen zu überwachen, doch die Erfassung nützlicher Daten hängt vom Einsatz hochwertiger und konsistenter Geräte ab. Die Modellreihe BZ-X erfüllt genau diese Aufgabe für das Unternehmen.


03. Motivation für die Einführung der Modellreihe BZ-X
Vor einigen Jahren erwarb Phycobloom ein Konfokalmikroskop, das in der Lage war, mit hoher Auflösung zu arbeiten und subzelluläre Details abzubilden. So leistungsstark dieses Gerät auch war, der Durchsatz war nicht hoch genug und es erforderte einen erfahrenen Benutzer, um das Beste daraus zu machen. Als das KEYENCE Fluoreszenzmikroskop BZ-X in unserem Labor vorgeführt wurde, war sofort klar, dass wir Proben viel schneller verarbeiten können, sowohl aufgrund der natürlichen Kapazität des Systems als auch aufgrund der benutzerfreundlichen Natur der Steuerungssoftware, die es jedem Mitglied unseres Teams ermöglichte, qualitativ hochwertige Aufnahmen ohne spezielle Schulung aufzunehmen.
04. Hauptmerkmale und Vorteile
Die spezifische Funktion, die für Phycobloom am nützlichsten ist, ist die Einstellung gegen Photobleaching. Diese schaltet den Laser schnell ein und aus, was die Lebensdauer der Probe verlängert und uns mehr Zeit gibt, spezifische Proben zu untersuchen. Wir suchen oft nach Signalen mit geringer Intensität in unseren Zellen, und daher ist dies ein großer Vorteil für uns.
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Ohne Low-Photobleach-Modus

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Mit Low-Photobleach-Modus

05. Spezifische Verbesserungen nach Einführung der Modellreihe BZ-X, wie z. B. Qualitätsverbesserung, Zeitersparnis, Beschleunigung des F&E-Prozesses usw.
Mit dem vorherigen Mikroskop konnten bei Phycobloom nur rund vier Proben pro Stunde bearbeitet werden. Seit dem Einsatz des KEYENCE BZ‑X lässt sich eine komplette 96‑Well‑Platte in nur einer Stunde verarbeiten. Dies führte zu einer erheblichen Zeitersparnis und zu Ergebnissen, die mit dem früheren Aufbau nicht erreichbar gewesen wären.
06. Besondere Ereignisse und Erfolgsgeschichten mit der Modellreihe BZ-X
In einem der wichtigsten Projekte bei Phycobloom befasste sich das Team mit der Expression von Membranproteinen. Wie bei vielen Algenexperimenten war diese Expression sowohl im Zeitverlauf als auch zwischen den einzelnen Populationen uneinheitlich. Dank des hohen Durchsatzes des KEYENCE BZ‑X und spezieller Funktionen wie dem Low‑Photobleach‑Modus und der Navigationsfunktion konnten sie die idealen Merkmale nahezu sofort finden. Das BZ‑X hat sich für Phycobloom sofort bezahlt gemacht.


07. Zukunftsaussichten und langfristige Ziele
Die langfristige Vision von Phycobloom ist der Betrieb gentechnisch veränderter Algen in großflächigen Freilandanlagen, die in der Lage sind, den tatsächlichen Kraftstoffbedarf zu decken. Das Team von Phycobloom geht davon aus, dass Algen global signifikante Mengen CO₂ binden können. Die BZ‑X‑Modellreihe von KEYENCE wird weiterhin eine zentrale Rolle in deren Arbeitsabläufen spielen, da das Team fortlaufend neue genetische Veränderungen vornimmt, diese misst und kombiniert. Ziel ist die Entwicklung hocheffizienter Stämme, die für unterschiedliche Industrien geeignet sind und eine weltweite Abkehr von fossilem Kohlenstoff beschleunigen.
08. Botschaft an junge Forscher und Unternehmen
Biokraftstoffe auf Algenbasis sind nach wie vor ein aufstrebendes Feld mit vielen Herausforderungen, aber sie bieten ein außerordentliches Potenzial. Synthetische Biologie und Metabolic Engineering können die globalen Energiesysteme grundlegend umgestalten. Das Team von Phycobloom ruft junge Forschende dazu auf, mutig neue Ideen zu verfolgen, und lädt Unternehmen ein, in diesen transformativen Sektor zu investieren, damit die Einführung von aus Algen gewonnenen Kraftstoffen voranschreitet.
Zusätzliche Informationen
Was ist die Phycobloom-Methode?
Die traditionelle Algenölextraktion erfordert einen Zellaufschluss und eine energieintensive nachgeschaltete Verarbeitung. Phycobloom entwickelt Algen so, dass sie Öl direkt in das umgebende Medium absondern, was eine kontinuierliche Ernte ohne Schädigung der Zellen ermöglicht. Dieser Ansatz zielt darauf ab, erschwingliche, skalierbare Biokraftstoffe zu liefern, die fossile Brennstoffe ersetzen können.
Warum nachhaltige Biokraftstoffe wichtig sind
Luftfahrt, Schifffahrt und petrochemische Industrie sind schwer zu elektrifizieren und werden weiterhin flüssige Brennstoffe benötigen. Phycobloom ist davon überzeugt, dass aus Algen gewonnene Biokraftstoffe die einzige skalierbare und nachhaltige Option sind, die den Verbrauch fossiler Brennstoffe ersetzen kann.


