3-Stufen-Methode

3-Stufen-Methode und Schutzmaßnahmen

Was versteht man unter Schutzmaßnahmen?

Hierbei handelt es sich um Maßnahmen, die ergriffen werden, um eine Risikominderung zu erwirken. Die Schutzmaßnahmen können dabei in zwei wesentliche Gruppen eingeteilt werden: Schutzmaßnahmen der Entwickler und Schutzmaßnahmen durch die Benutzer.

Was versteht man unter der 3-Stufen-Methode?

Hierbei handelt es sich um eine Methode, die von Entwicklern angewendet wird und wie unten dargestellt klassifiziert ist.

  1. 1.Inhärent sichere Konstruktionsweise
  2. 2.Technische Sicherheitsvorkehrungen und ergänzende Schutzmaßnahmen
  3. 3.Informationen zum Gebrauch

Die Reihenfolge der Prioritäten für diese Maßnahmen ist dabei mit 1, 2 und 3 gekennzeichnet. Anders gesagt, ist es wünschenswert, Maßnahmen entsprechend des folgenden Verfahrens umzusetzen, das auch als 3-Stufen-Methode und Schutzmaßnahmen bezeichnet wird.

3-Stufen-Methode

Schutzmaßnahmen nach ISO 12100:2010
Es gilt die folgende Definition.
Maßnahme zur Risikominderung wurde umgesetzt – vom Entwickler (inhärent sichere Konstruktionsweise, technische Sicherheitsvorkehrungen und ergänzende Schutzmaßnahmen, Informationen zum Gebrauch) und/oder – vom Benutzer (Organisation: sichere Arbeitsmethoden, Beaufsichtigung, Arbeitsfreigabesysteme; Bereitstellung und Gebrauch zusätzlicher Sicherungsmaßnahmen; Gebrauch der persönlichen Schutzausrüstung; Schulung)
Ergänzende Schutzmaßnahmen nach ISO 12100:2010
Schutzmaßnahmen, die weder inhärent sichere Konstruktionsweisen noch technische Sicherheitsvorkehrungen (Einsatz von Abschrankungen und/oder Schutzeinrichtungen), noch Informationen zum Gebrauch sind, könnten sich aufgrund des bestimmungsgemäßen Gebrauchs und der nach menschlichem Ermessen vorhersehbaren Fehlanwendung als erforderlich erweisen.
Inhärent sichere Konstruktionsweise nach ISO 12100:2010
Es gilt die folgende Definition.
Schutzmaßnahmen, die Gefahren entweder ausschließen oder Risiken im Zusammenhang mit einer Gefährdung mindern, indem Konstruktion oder Betriebseigenschaften der Anlage verändert werden, ohne Abschrankungen oder Schutzeinrichtungen hinzuzufügen.
Informationen zum Gebrauch nach ISO 12100:2010
Es gilt die folgende Definition. Schutzmaßnahme in Form von Kommunikationsverbindungen (z. B. Text, Worte, Schilder, Signale, Symbole, Diagramme), die getrennt oder in Kombination verwendet werden, um dem Benutzer Informationen zu vermitteln.
Technische Sicherheitsvorkehrungen nach ISO 12100:2010
Es gilt die folgende Definition.
Schutzmaßnahmen mit Hilfe von technischen Sicherheitsvorkehrungen, um Personen vor Gefahren zu schützen, die nach menschlichem Ermessen nicht ausgeschlossen, bzw. vor Risiken, die durch eine sichere Konstruktionsweise nicht ausreichend gemindert werden können.
Restrisiko nach ISO 12100:2010
Hierbei handelt es sich um das Risiko, das auch nach Umsetzung von Schutzmaßnahmen verbleibt. ISO 12100:2010 unterscheidet zwischen 1) dem Restrisiko nach Umsetzung von Schutzmaßnahmen durch den Entwickler und 2) dem Restrisiko, das nach Umsetzung sämtlicher Schutzmaßnahmen verbleibt.
Bestätigungssysteme für den sicheren Betrieb
Diese Systeme lassen einen Betrieb der Anlagen nur zu, nachdem die Sicherheit bestätigt wurde. Auf diese Weise lässt sich ein definitiv sicheres System konstruieren. Im Einzelnen bedeutet dies, dass die Inbetriebnahme und der Betrieb von Anlagen von diesen Systemen nur zugelassen wird, wenn sich keine Personen im Arbeitsbereich der Maschine befindet.
alt支給待ち「安全確認型システム」

Beispiel für die Umsetzung der 3-Stufen-Methode und der Schutzmaßnahmen

Im Folgenden sind die einzelnen Schritte für die Umsetzung von Schutzmaßnahmen entsprechend der Risikobewertungsübersicht sowie der 3-Stufen-Methode und der Schutzmaßnahmen dargestellt.

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Eine inhärent sichere Konstruktionsweise stellt den ersten Schritt und auch die einzige Möglichkeit zur Eliminierung einer Gefahr dar. Sie ist damit die effektivste Methode der Risikominderung.

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Die nächste Maßnahme ist die Umsetzung von Sicherungsmaßnahmen. Sie wird erforderlich, wenn sich auch durch eine inhärent sichere Konstruktionsweise Risiken nicht ausreichend reduzieren lassen. Sicherungsmaßnahmen lassen sich in zwei Gruppen einteilen. Zum einen die Sicherung durch Abschirmung und zum anderen den Maschinenhalt. Erstere wird für gewöhnlich mithilfe von Abschrankungen (Schutzzäunen) erreicht. Für letztere können als eine Methode Lichtvorhänge oder Laserscanner eingesetzt werden. Ergänzende technische Sicherheitsvorkehrungen(zum Beispiel Not-Aus-Schalter) unterscheiden sich von der inhärent sicheren Konstruktionsweise, den technischen Schutzmaßnahmen und den Informationen zum Gebrauch und werden immer dann erforderlich, wenn aufgrund des bestimmungsgemäßen Gebrauchs und der nach menschlichem Ermessen vorhersehbaren Fehlanwendung ein Risiko besteht. In der 3-Stufen-Methode werden diese Maßnahmen zusammen mit den technischen Schutzmaßnahmen in Stufe 2 aufgenommen. Ein Beispiel für eine ergänzende Schutzmaßnahme ist die Not-Aus-Schaltung.

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Die letzte Stufe umfasst die Bereitstellung der Informationen zum Gebrauch. Sie ist die letzte Methode und wird erforderlich, wenn sich ein Risiko auch durch eine inhärent sichere Konstruktionsweise, technische Schutzmaßnahmen und ergänzende technische Sicherheitsvorkehrungen nicht wie oben beschrieben ausschließen oder mindern lässt.

Bestimmungsgemäße Verwendung der Maschine
Dies ist der Gebrauch der Maschine entsprechend den in der Betriebsanleitung angegebenen Informationen.

Ein Beispiel hierfür ist die Art des Einsatzes der Anlage, wie in der Betriebsanleitung oder dem Katalog beschrieben (Gebrauch der Maschine zu dem von ihren Entwicklern vorgesehenen Zweck).

Nach menschlichem Ermessen vorhersehbare Fehlanwendung
Verweist auf Verwendungen der Maschine, die vom Entwickler nicht vorgesehen sind und sich aus leicht vorhersehbarem menschlichem Verhalten ergeben können.

[Beispiel 1] Gebrauch einer Anlage mit überbrücktem Türschalter und bei geöffneter Tür, um die Taktzeit zu erhöhen.
[Beispiel 2] Versuch, eine Komponente auszubauen, indem man bei laufendem Maschinenbetrieb mit der Hand in den Antriebsstrang greift.

Not-Aus-Schalter
Hierbei handelt es sich um ein Notfallsignal, das in einer Gefahrensituation alle Prozesse bzw. den Betrieb der Anlage unterbricht. Nach ISO 13850 gelten hierfür die folgenden beiden Punkte.
  • Der Notaus muss Gefahren für Personen, Schäden an der Maschine oder die laufende Produktion im Entstehen abwenden bzw. eine solche vorhandene Gefahr mindern.
  • Er muss durch eine einzige menschliche Aktion ausgelöst werden können.
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